der Geschäftsbereich Altenhilfe

Der demografische Wandel hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich die Aufgaben der Altenhilfe in den letzten Jahren und Jahrzehnten deutlich gewandelt haben. Die damit einhergehenden differenzierten und diversitären Herausforderungen bedürfen eines vernetzten und zielgerichteten Handelns. Gerade deshalb haben wir in den letzten Jahren unser Dienstleistungsportfolio umfassend ausdifferenziert, so dass wir auf nahezu jede Lebenslage im Alter ein dem Menschen angemessenes Unterstützungsangebot bieten können. Wir betätigen uns im ambulanten Teil-, teil- sowie vollstätionären Bereichen und halten an zwei Standorten Quartiersbüros vor, die primär auf die Anliegen von Senioren ausgerichtet sind.
Bereits seit Gründung im Jahr 1990 ist die Altenhilfe ein wachsender Geschäftsbereich der Ordenswerke. Allein in den letzten fünf Jahren haben wir drei stationäre Einrichtungen mit 223 Plätzen hinzugewonnen. In unseren Altenhilfeeinrichtungen und betreuten Wohnanlagen versorgen und betreuen wir heute bis zu 1323 Bewohnerinnen und Bewohner pro Tag.
Im Bereich der ambulanten Pflege halten wir mit steigender Tendenz – mittels aktiver Neuakquisen und Neugründungen im Umfeld unserer stationären Einrichtungen – ambulante Plätze vor. Bereits jetzt erfolgt jeder fünfte Einzug in eine unserer (teil-)stationären Versorgungsform aus den ambulanten Diensten. Sie sind ein wichtiger Baustein unseres Bestrebens, Menschen vor Ort ein vernetztes, umfassendes Unterstützungsangebot mit christlicher Prägung anzubieten: Von der hauswirtschaftlichen Hilfe in der häuslichen Umgebung bis zur palliativen Begleitung am Lebensende. Im nächsten Jahr werden wir mit dem Bau des St. Anna-Quartierszentrums in Raisdorf beginnen. Mit einem Volumen von geplanten 10 Millionen Euro ist dies unser derzeit größtes Projekt in der Altenhilfe. Nach der Fertigstellung werden wir in Raisdorf vom ambulanten Dienst, der Tagespflege und Seniorenwohngemeinschaften über eine Kindertagesstätte und ein Quartiersmanagement bis hin zur palliativ zertifizierten stationären Pflege ein attraktives Portfolio anbieten. Ein Leuchtturmprojekt von dem letztendlich alle Standorte profitieren werden.
Neben der weiteren Professionalisierung und Personalgewinnung, sind die zunehmende Ökonomisierung der Altenhilfe und die rasante fortschreitende digitale Transformation große Herausforderungen, denen wir begegnen müssen. Paradoxerweise war es gerade die Corona-Krise, die wesentlich zur Digitalisierung beigetragen hat. So wurden die Abrechnung, Dienstplanung und Dokumentation vereinheitlicht und digitalisiert, um mehr Zeit für die uns anvertrauten Menschen zu haben. Der weitere Ausbau der digitalen Vernetzung und Infrastruktur ist ein zentrales Ziel für die kommenden Jahre.
Weiteres moderates, ökonomisch sinnvolles Wachstum wird angestrebt und dann möglich, wenn es uns gelingt auch in Zukunft Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Ordenswerke zu begeistern. Derzeit betreuen 44 Mentoren in unseren Einrichtungen 125 Auszubildende, deren Anzahl sich in den vergangenen fünf Jahren verdreifacht hat. Das Ziel unser Ausbildungs- und Traineeoffensive ist die interne Nachbesetzung offener Personalstellen. Darüber hinaus werden wir zusätzliche Stellen in den Bereichen des internen Qualitätsmanagements sowie der Vorsorgeplanung schaffen. Denn nur mit engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unseren Einrichtungen, die sich mit unserem Ordensauftrag identifizieren, können wir gemeinsam eine Zukunft gestalten.

Severin Kuhn

Geschäftsbereichsleiter
Alten- und Behindertenhilfe